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admin_grundlagen:partitionierung

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admin_grundlagen:partitionierung [2014/11/05 11:47] – ingo_wichmannadmin_grundlagen:partitionierung [2026/10/09 19:23] (aktuell) – [CentOS 7 ins Image installieren] ingo_wichmann
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   lsblk   lsblk
  
-====== Format der Partitionstabelle ====== +====== Partitionierung ====== 
-Das lange unter Linux gebräuchliche MSDOS oder [[wpde>Master Boot Record|MBR]] Format sollte man nur bei Festplatten unter 2TB verwenden. Für größere Festplatten, und wenn man wie bei aktuellen Rechnern üblich eine [[wpde>Unified Extensible Firmware Interface|UEFI]] Firmware an Stelle des [[wpde>BIOS]] sollte man für die Partitionstabelle [[wpde>GUID Partition Table|GPT]] verwenden.+===== Format der Partitionstabelle ===== 
 +Das lange unter Linux gebräuchliche [[wpde>Master Boot Record|MSDOS oder MBR]] Format kann man nur bei Festplatten unter 2TB verwenden. Es ist komplizierter zu benutzen(( zumindest wenn man mehr als 4 Partitionen anlegen will)). Wenn man (wie bei aktuellen Rechnern üblich) eine [[wpde>Unified Extensible Firmware Interface|UEFI]] Firmware an Stelle des [[wpde>BIOS]] vorfindet, muss man zum Booten [[wpde>GUID Partition Table|GPT]] verwenden. Labels sind nützlich, wenn man mehrere Festplatten eingebaut hat - die gibt es nicht bei MBR Partitionen. 
  
-====== Partitionstabelle sichern und wiederherstellen ====== +Tools: 
-==== sfdisk ==== +  * ''fdisk'' - MBR und GPT Partitionstabellen 
-=== sichern === +  * ''gdisk'' - Spezialist für GPT Partitionstabellen 
-  sfdisk -d /dev/sda > part-table.txt +  * ''parted'' - MBR und GPT Partitionstabellen
-=== wiederherstellen === +
-  sfdisk /dev/sda <  part-table.txt +
-==== dd ==== +
-geht nur bei identischer Festplatte +
-=== sichern === +
-  dd if=/dev/sda of=part-table.img bs=1 count=512 +
-=== wiederherstellen === +
-  dd if=part-table.img of=/dev/sda bs=1 count=64 skip=446 seek=446 +
-==== fdisk ==== +
-=== sichern === +
-  fdisk -l > partitionierung.txt +
-=== wiederherstellen === +
-geht nur von Hand+
  
-==== parted ==== +===== Beispiel: neue Partition anlegen ===== 
-=== sichern === +==== mit gdisk ==== 
-  parted /dev/sda print > partitionierung.txt +++++ Wichtige gdisk Befehle | 
-=== wiederherstellen === +| ? | Hilfe | 
-geht nur von Hand+| d | Partition löschen | 
 +| n | neue Partition erstellen | 
 +| t | Typ der Partition setzen | 
 +| c | Name/Label der Partition setzen | 
 +| p | Partitionstabelle anzeigen | 
 +| w | geänderte Partitionstabelle speichern | 
 +| q | gdisk verlassen ohne zu speichern | 
 +++++ 
 +=== Benötigte Pakete === 
 +  * Debian: ''gdisk''
  
-Leere Partitionstabelle erstellen: +=== Partition erstellen === 
-  parted /dev/sda mklabel  +[[wpde>Byte#Vergleich|2 Gigibyte]] große Partition auf Festplatte ''/dev/sda'' anlegen: 
-  msdos +  gdisk /dev/sda 
-oder +Aktuelle Partitionstabelle anzeigen: 
-  gpt +  p 
-Partitionierung [[partitionierung#beispielneue_partition_anlegen| von Hand anlegen]]+Neue Partition erstellen: 
 +  n 
 +Startblock auswählen: //Bei der ersten Partition sollte hier Sektor 2048 oder ein Vielfaches davon stehen//
  
-====== Partitionierung ====== +Größe angeben: 
-===== fdisk ===== +  +2G 
-==== Benötigte Pakete ==== +Label ändern: 
-Debian: +  c 
-  util-linux +Name eingeben: ((Wenn in dem Computer viele Festplatten eingebaut sind, dann wird man wahrscheinlich nur eine Partition anlegen und den Platz mit [[LVM]], [[RAID]], [[lpi2:btrfs]] oder [[ZFS]] verwalten. Dann ist ein Namensschema nützlich, z.B. f/b für Front/Back,r0 für Reihe 0 von oben und c0 für Spalte 0 von links)) 
-=== Wichtige fdisk Befehle ===+  fr0c0 
 +geänderte Partitionstabelle speichern: 
 +  w 
 + 
 +=== Prüfen, ob der Kernel die geänderte Partitionstabelle kennt == 
 +  cat /proc/partitions 
 +Wenn nicht, Kernel Partitionstabelle neu einlesen lassen: 
 +  blockdev --rereadpt /dev/sda 
 +((oder 
 +  partprobe 
 +)) 
 +==== mit fdisk ==== 
 +++++ Wichtige fdisk Befehle |
 | m | Hilfe | | m | Hilfe |
 | d | Partition löschen | | d | Partition löschen |
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 | w | geänderte Partitionstabelle speichern | | w | geänderte Partitionstabelle speichern |
 | q | fdisk verlassen ohne zu speichern | | q | fdisk verlassen ohne zu speichern |
- +++++ 
-==== Beispiel: neue Partition anlegen ==== +=== Benötigte Pakete === 
-2100 MByte große Partition auf Festplatte ''/dev/sda'' anlegen:+  * Debian: ''util-linux'' 
 +=== Partition erstellen === 
 +[[wpde>Byte#Vergleich|2 Gigibyte]] große Partition auf Festplatte ''/dev/sda'' anlegen:
   fdisk /dev/sda   fdisk /dev/sda
 +Aktuelle Partitionstabelle anzeigen:
 +  p
 Neue Partition erstellen: Neue Partition erstellen:
   n   n
-Partition als logische Partition erstellen:+Partition als logische Partition erstellen (//nur bei MSDOS/MBR//):
   l   l
-Startblock auswählen: +Startblock auswählen: //Bei der ersten Partition sollte hier Sektor 2048 oder ein Vielfaches davon stehen. Wenn die Sektorgröße 512 Bytes ist, dann liegt der Partitionsbeginn bei 1048576 Bytes ([[wpde>Mebibyte|=1 MiB]]).//
- +
-( Vorgabe einfach mit Enter bestätigen )+
  
 Größe angeben: Größe angeben:
-  +2100M+  +2G
 geänderte Partitionstabelle speichern: geänderte Partitionstabelle speichern:
   w   w
-Alte Kerneltabelle ansehen:+ 
 +=== Prüfen, ob der Kernel die geänderte Partitionstabelle kennt ==
   cat /proc/partitions   cat /proc/partitions
-Kernel Partitionstabelle neu einlesen lassen: +Wenn nicht, Kernel Partitionstabelle neu einlesen lassen: 
-  partprobe+  blockdev --rereadpt /dev/sda
 ((oder ((oder
-  blockdev --rereadpt /dev/sda +  partprobe
 )) ))
  
-Neue Kerneltabelle prüfen: +==== mit parted ==== 
-  cat /proc/partitions +++++ Wichtige parted Befehle |
- +
-===== Mit parted ===== +
-==== Benötigte Pakete ==== +
-Debian: +
-  parted +
- +
-=== Wichtige parted Befehle ===+
 | help    | Hilfe | | help    | Hilfe |
 | rm      | Partition löschen | | rm      | Partition löschen |
Zeile 89: Zeile 96:
 | print   | Partitionstabelle anzeigen | | print   | Partitionstabelle anzeigen |
 | quit    | fdisk verlassen ohne zu speichern | | quit    | fdisk verlassen ohne zu speichern |
 +++++
 +=== Benötigte Pakete ===
 +  * Debian: ''parted''
  
-==== Beispiel: neue Partition anlegen ==== +=== Partition erstellen === 
-2100 MByte große Partition auf Festplatte ''/dev/sda'' anlegen:+2 Gibibyte große Partition auf Festplatte ''/dev/sda'' anlegen:
   parted /dev/sda   parted /dev/sda
 Aktuelle Partitionierung ausgeben: Aktuelle Partitionierung ausgeben:
Zeile 102: Zeile 112:
   ext3   ext3
 Start? Start?
-  16500+  xxx
 End?  End? 
-  19077+  xxx
 Parted verlassen: Parted verlassen:
   quit   quit
  
-==== Beispiel: Partition im laufenden Betrieb anlegen ==== +====== Partitionstabelle sichern und wiederherstellen ====== 
-Partition anlegen: +==== sfdisk ==== 
-  parted /dev/sda +=== sichern === 
-  print +  sfdisk -d /dev/sda > part-table.txt 
-  mkpart+=== wiederherstellen === 
 +  sfdisk /dev/sda <  part-table.txt 
 + 
 +==== sgdisk ==== 
 +nur für GPT Partitionen 
 +=== sichern === 
 +  sgdisk --backup=sda.gpt.bkup /dev/sda 
 +=== wiederherstellen === 
 +  sgdisk --load-backup=sda.gpt.bkup /dev/sda 
 + 
 +==== dd ==== 
 +geht nur bei identischer Festplatte 
 +=== sichern === 
 +  dd if=/dev/sda of=part-table.img bs=1 count=512 
 +=== wiederherstellen === 
 +  dd if=part-table.img of=/dev/sda bs=1 count=64 skip=446 seek=446 
 + 
 +==== fdisk ==== 
 +=== sichern === 
 +  fdisk -l > partitionierung.txt 
 +=== wiederherstellen === 
 +geht nur von Hand 
 + 
 +==== gdisk ==== 
 +=== sichern === 
 +  gdisk -l > partitionierung.txt 
 +=== wiederherstellen === 
 +geht nur von Hand 
 + 
 +==== parted ==== 
 +=== sichern === 
 +  parted /dev/sda print > partitionierung.txt 
 +=== wiederherstellen === 
 +geht nur von Hand 
 + 
 +====== Übung: default-Werte für mount-Optionen herausfinden ====== 
 +Test-Image erstellen und mounten: 
 +  fallocate -l 500M /tmp/zero.img 
 +(( 
 +oder 
 +  dd if=/dev/zero of=/tmp/zero.img bs=1M seek=500 count=0 
 +oder 
 +  dd if=/dev/zero of=/tmp/zero.img bs=1M 500 
 +)) 
 +  mkfs.ext4 /tmp/zero.img 
 +  mount -m /tmp/zero.img /mnt/img 
 + 
 +=== Ist die mount-Option suid aktiv? === 
 +  cp -a /usr/bin/tail /mnt/img 
 +  chmod u+s /mnt/img/tail 
 +Als Nutzer: 
 +  /mnt/img/tail -n0 /etc/shadow 
 +-> Ist das SUID-Bit wirksam? 
 + 
 +=== Ist die mount-Option exec aktiv? === 
 +  cp -a /usr/bin/tail /mnt/img 
 +  /mnt/img/tail /etc/passwd 
 +-> Ist ''/mnt/img/tail'' ausführbar? 
 + 
 +=== Ist die mount-Option dev aktiv? === 
 +  mknod /mnt/img/sda b 8 0 
 +  fdisk -l /mnt/img/sda 
 +-> Ist der Zugriff auf das Device ''/mnt/img/sda'' möglich? 
 + 
 +====== Übung: virtuelle Festplatte partitionieren ====== 
 +Erstellen einer virtuellen Festplatte und vorbereiten für den Einsatz in einer VM 
 + 
 +Pakete installieren: 
 +  * CentOS 7: ''parted qemu-img'' 
 +  * Debian 8: ''parted qemu-utils'' 
 +  * openSUSE 42.2: ''parted qemu-tools'' 
 + 
 +===== Beispiel: Loop-Devices mit Sparse-Files ===== 
 +Nicht in der Praxis ;-) 
 + 
 +== Sparse-File erzeugen == 
 +  dd if=/dev/zero of=disc1 bs=1K count=0 seek=200M 
 +  ls -lsh disc* 
 +  losetup -f disc1 --show 
 +  losetup -a 
 + 
 +== Loop-Devices partitionieren == 
 +  lsblk 
 +  {fdisk,gdisk,parted} /dev/loopxx 
 + 
 +== Partitionen sichtbar machen == 
 +  partprobe 
 +  partprobe /dev/loopxx 
 + 
 +===== Beispiel: GPT mit parted ===== 
 + 
 +Virtuelle Festplatte erstellen: 
 +  qemu-img create /srv/vmdisk1.img 2G 
 + 
 +=== Partitionieren: === 
 +  parted /srv/vmdisk1.img 
 + 
 +GPT-Partitionstabelle anlegen: (In der ''parted'' Kommandozeile) 
 +  mklabel gpt 
 + 
 +[[wpde>Mebibyte|100 MiB - 1MiB]] (parted arbeitet mit festen Endwerten) Swap-Partition anlegen: 
 +  mkpart linux-swap 1MiB 100MiB 
 + 
 +Daten-Partition anlegen: 
 +  mkpart ext4 100MiB 100% 
 + 
 +GRUB BIOS Partition aktivieren: 
 +  set 1 bios_grub on 
 + 
 +''parted'' verlassen:
   quit   quit
-Mountpoint anlegen und temporär mounten + 
-  mkfs.ext3 /dev/sda6 +=== formatieren === 
-  mkdir /mnt/sda6 +Partitionen aus der Image-Datei im System sichtbar machen: 
-  mount /dev/sda6 /mnt/sda6 +  losetup --show -f -P /srv/vmdisk1.img 
-Daten in die neue Partition kopieren: + 
-  cp -a /usr/bin/. /mnt/sda6 +Swap-Partition formatieren: 
-Kopie überprüfen: +  mkswap /dev/loop0p1 
-  ( cd /usr/bin; tar c . ) | ( cd /mnt/sda6; tar d . ) + 
-Partition wieder aushängen   +System/Datenpartition mit XFS für VM mit 2 vCPUs formatieren: 
-  umount /mnt/sda6 +  mkfs.xfs -d agcount=2 /dev/loop0p2 
-Partition endgültig mounten:   +
-  mount /dev/sda6 /usr/bin +
-  tail -n 1 /etc/mtab >> /etc/fstab +
-Daten auf Orginalpartition löschen:   +
-  mkdir /mnt/original +
-  mount --bind / /mnt/original +
-  shopt -s dotglob +
-  rm /mnt/original/usr/bin/* +
-  ls -la /mnt/original/usr/bin +
-  umount /mnt/original+
  
  
admin_grundlagen/partitionierung.1415188040.txt.gz · Zuletzt geändert: 2014/11/05 11:47 von ingo_wichmann